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Yeti-Jahr
2005
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Winter-Yeti-Treff
vom 25./26. Februar 2005 Traditionsgemäss trafen sich am Freitag abend
etwa 40 Mitglieder und Ehrenmitglieder mit dem Komitee des Bergführervereins
und andern Bergführern zum gemütlichen Aperitif im Hotel Mont-Cervin. Neue
Mitglieder aus Schweden konnten dabei vorgestellt werden, und zum ersten Mal
seit vielen Jahren waren auch unsere russischen Freunde mit Familie zugegen. Die neue Präsidentin des Bergführervereins,
Bettina Sulliger-Perren, hielt eine sinnvolle Ansprache, in der sie einen
Vergleich machte mit der aus Amerika stammenden Sicherungsvorrichtung in
Felsspalten "Friend" und der Beziehung zwischen Mitgliedern des
Yeti-Clubs und den Bergführern, die auch auf dem Begriff "Freund"
basiert. Sie dankte den anwesenden Mitgliedern für die fortwährende Unterstützung
der Bergführersache. Die Teilnehmer am Aperitif verteilten sich dann auf die
verschiedenen Restaurants in Zermatt, alle überfüllt in dieser Hochsaison. Am Samstagmorgen um 09:00 fanden sich 10 Yetis am
Bahnhof der Gornergratbahn ein, wo sie von Bruno Jelk, Bettina Sulliger-Perren,
André Imboden und Roman Haltiner empfangen wurden. Die Bergführer hatten für
Schneeschuhe gesorgt, und los ging es zum Lauf in zwei Gruppen von Riffelberg
gegen Rotenboden, bei bissiger Kälte. So ab 12:30 tröpfelten die Yetis in die
Alphitta von Fredy Aufdenblatten in der Riffelalp, wo köstliche Weine,
Walliserteller und Raclette unsere Gaumen erfreuten. Wie gewohnt bei Fredy, aber
trotzdem immer neu erfreulich, stand ein prächtiger Desserttisch zur Verfügung.
Die Bedienung war wie stets freundlich, die jungen Kinder wurden von Fredy frei
verköstigt, inklusive Sirups. Als die ersten von uns sich auf den Rückmarsch
nach Zermatt begaben, trafen die letzten Nachzügler ein.
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Einweihung des Pierre-Denkmals, Ostersamstag 26. März in Grünsee Auf Initiative der sympatischen Ehepaare Florence und Alain Boucheron und Evelyne und Michel Erb fanden sich etliche Yetis an diesem Samstag um 11:30 in Grünsee ein. Einige kamen zu Fuss, die meisten auf Skis, um auf dezente Weise die Ereignisse des Sommer-Ausflugs 2004 zu würdigen. Der Bergführer Othmar Kronig trainierte damals unser Mitglied Pierre Biraben auf eine selten praktizierte Spezial-Klettertechnik, "Balken-Knacker" genannt. Im Laufe der Übung wurde Pierre verletzt und musste per Helikopter evakuiert und sofort operiert werden. Der chirurgische Teil verlief sehr gut, doch steht es nicht so zufriedenstellend mit den mühsamen mentalen Nachwirkungen, an denen Pierre jedesmal dann leidet, wenn man ihn auf das Drama anspricht. Um die Mitglieder anzuregen, den unglücklichen Vorfall endgültig zu vergessen, wurde eine Erinnerungstafel am Unfallort aufgestellt, nicht etwa um an die Heldentat zu erinnern, sondern daran, dass dieses Thema in Gegenwart des Opfers nicht mehr aufgegriffen werden soll. |
Der fatale Tag, Aug. 2004 |
Ein Teil des Publikums bei der Einweihung |
Die Erinnerungstafel |
Rückkehr zum Tatort |
Sommertreff 19./20. August
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19. August, abends Cocktail im Hotel Mont Cervin um
19:00. Etwa 40 Personen waren anwesend. Herr Roberto Seiler, unser
Präsident, konnte folgende Gäste willkommen heißen: -
Antonio Mangia und seine Freundin
Amanda aus Brasilien. Roberto Seiler beglückwünschte
die Zermatter Bergführer zu deren Initiativen, vor allem die Sicherung der
Bergrouten um Zermatt, die vom Club mit-sponsorisiert wird, sowie zur Errichtung
des neuen Klettersteigs Pudel oberhalb des Dorfes Zermatt. Er konnte dann
bekannt geben, daß in Ausführung der Entscheidung der letzten
Generalversammlung des Clubs im Dezember 2004 die Versicherungs-deckung der
Bergführer für Tod und Invalidität nach Unfall ab 1.8.05 massiv erhöht
werden konnte. Frau Bettina Sulliger-Perren, Präsidentin der Zermatter Bergführer, orientierte dann die Anwesenden über das Programm vom Samstag. Anstatt wie geplant zum Lichenbrettsee zu wandern und dort ein Barbecue durchzuführen, hatte Sie glücklicherweise ein Ersatzprogramm vorbereitet, denn die Wettervoraussage war miserabel. Am Picknickplatz war Schnee, und der An- und Rückweg über glitschige Felsen wäre gefährlich und unzumutbar. So wurde eine Demonstration der Rettungsstation Zermatt auf dem Helilandeplatz angesagt. Bettina dankte dann auch den Mitgliedern des Yeti-Clubs für die aktive Unterstützung der Bergführer |
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| 20. August,
tagsüber
Um 11:00 fing dann die Vorführung
am Heliplatz statt. Etwa 25 Mitglieder fanden sich ein, die andern ahnen nicht,
was sie da verpaßt haben. Es wurden 3 Gruppen gebildet, die im Turnus die drei
Demonstrations-Punkte besuchten: |
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| 1. Rettungsmaterial der Bergführer Das Dreibein aus Aluminium hat zwei Winden mit Bergseilen, eine für den Verletzten, eine für den Retter. Der Retter wird zuerst mit beiden Seilen in die Gletscherspalte heruntergelassen. Die Winden können mühsam von Hand gedreht werden, oder aber mit einer Hilti-Bohrmaschine, was viel schneller geht und bei vielen Auf- und Abseilen Zeit und Kraft spart. 6 Reservebatterien werden mitgenommen. Die drei Beine werden an der Basis untereinander mit einem Strick verbunden, damit sie nicht horizontal ausrutschen können. Die Seillänge für Auf und Ab ist variabel, und kann der Tiefe der Spalte angepaßt werden. |
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Ein starkes Kompressoraggregat wird bei Grosseinsätzen mitgenommen. Mit Hilfe
der Pressluft kann ein schwerer Meißel betrieben werden, mit dem der Retter
sich einen Weg zum Verunfallten bahnen kann, und diesen aus Einklemm-Situation
befreien kann. Damit
abgesprengtes Eis nicht auf den Verunfallten fällt, wird über ihm ein in
Zermatt entwickeltes Spaltenkissen schrägliegend mit dem Kompressor aufgeblasen.
Das abfallende Eis oder andere Gegenstände werden so auf die Seite geleitet in
einer Art, die nicht eventuell im unteren Teil der Spalte zu Wasserstauung führen
oder den Verunfallten zudecken kann. Prinzipiell wird der Verunfallte von der
Seite angegangen, damit nicht etwa herunterfallende Schnee- oder Eismassen ihn
begraben oder unterkühlen können. Bei leichteren Einsätzen wird ein
Treibstoff-betriebenes Stromaggregat gebraucht, wobei der Meissel elektrisch
funktioniert. |
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Die
Ausrüstung beinhaltet auch mit Blei beschwerte Seile, die an der
Longline unter dem Helikopter befestigt wird, und an die sich bis zu 5
Personen gleichzeitig anschnallen können zum Abtransport. Um dem an der
Longline hängenden Retter den Zugang unter überhängende Felspartien
zu ermöglichen wurde die Jelk-Stange fabriziert, eine Teleskopröhre
von ausgezogen etwa 8 Metern Länge. Vom gleichen Erfinder stammt die
Jelk-Mehrzweckbahre, die für Gehwege mit einem Rad ausgerüstet wird,
im Schnee als Schlitten gebraucht wird und als Seilbahn-Transport-Mittel
eingesetzt werden kann. Die Demo zeigte die Seilbahnvariante, wobei
immer zwei Tragseile gebraucht werden. Am Matterhorn wurden in
Abständen von etwa 100 Metern Bolzen eingebaut, wo solche Tragseile
geankert werden. Für
den Longline-Einsatz (bis zu 220 Metern Länge unter dem Heli) braucht es
erfahrene Rettungsleute, da mit dem Piloten kein Sichtkontakt, sondern nur
Funkverbindung besteht. Es gibt jetzt in der Schweiz keine Wand mehr, aus der
bei guten Wetterverhältnissen nicht eine Rettung mit der Long-Line stattfinden
könnte. Das Vorgehen: Der Pilot fliegt auf die Höhe des Verunfallten, und liest dort seien Höhenmesser ab. Nachher fliegt er zu einem ihm flugtechnisch guten Anhaltspunkt und liest wieder den Höhenmesser ab. Die Differenz gibt die gewünschte Seillänge. Nach den Vorbereitungen fliegt er zu seinem vorher ausgesuchten Anhaltspunkt. Mit dieser Methode müssen nur noch minime Korrekturen vorgenommen werden, um den Retter an den richtigen Ort zu bringen |
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| 2.
Medizinische Ausrüstung
Zuständig ist hier die Air-Zermatt, die den Einsatz im ganzen Oberwallis bewältigt. Bei einem Unfall-Einsatz wird zuerst der Bergführer-Retter zum Verunfallten geflogen, dort eventuell mit der Seilwinde heruntergelassen. Er muss entscheiden, ob Hilfe noch möglich ist oder zu spät kommt. Er sichert dann die Lage des Verwundeten gegen Abrutschen, Schnee oder Steinschlag und bereitet den Einsatz des Mediziners vor. Wenn nicht genug Platz zur Erst-Behandlung ist, muss der Verwundete im Ist-Zustand an einen möglichst nahen passenden Ort geflogen, getragen oder abgeseilt werden. Von da an übernimmt der Mediziner die Verantwortung. Er ist ausgerüstet mit 10 kg Material für erste Nothilfe, ähnlich wie in einem Spital, nur dass alles in einen relativ kleinen Sack verstaut werden muss. Er entscheidet, wie das weitere Verfahren ist. Für den Transport ins Spital kommt das Insel-Spital in Bern oder das CHUV in Lausanne in Frage, je nach Sprachgebiet des Verletzten. Der Sanitär-Heli ist mit einem EKG-Gerät sowie mit einer Sauerstoff-Anlage ausgerüstet. Das Anhören von Dr. Axel Mann war äusserst interessant, da praxisnah und von langjähriger Erfahrung zeugend. Man kann sich als Aussenstehender kaum vorstellen, wieviel Spezialausbildung ein Mitglied der Rettungskolonne absolvieren muss. |
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3. Helikopter
Für das Suchen eines Verunfallten und die erste Hilfe werden die
bejahrten Lamas gebraucht. Robi Andenmatten, der Pilot, lobt die Maschine, an
der ausser der angemalten Kennzeichnung HBB.X.. nichts originell ist, da alle
Teile regelmässig durch neue ersetzt werden. Der Brennstoff-Inhalt ist maximal
550 Liter, aber je nach Einsatz-Distanz und –Höhe wird weniger mitgenommen.
Der Lama fliegt bis 7'000 Meter Höhe, kann aber dann nicht mehr viel Gewicht
transportieren.
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4. Flug-Demonstration Zum Abschluss konnten wir einer reellen Rettung aus einer Felswand beiwohnen. Ein am Seil unter dem Lama hängender Retter holte seinen Kameraden aus der Wand, schnallte ihn ans Seil und flog mit ihm bis auf den Heli-Platz, wo er ihn absetzte. Ohne zu landen, band sich ein anderer Retter unten am Heli an, und wurde so auf etwa 70 Meter Höhe geflogen. Dort positionierte sich der Helikopter stationär, und der Retter seilte sich ab an einem Seil, das er in einem Sack aufgewunden hatte. Diese Art Approach wird gebraucht in Schluchten, in die sich der Heli nicht wagen darf, weil die Rotoren an Felsen oder Bäumen anschlagen könnten.
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| Es sei hier allen Akteuren dieser Demonstration von
Herzen gedankt, vor allem Bruno Jelk, der es seit 25 Jahren fertig
brachte, eine perfekte Zusammenarbeit der verschiedenen Spezialisten zu
erreichen, dann aber auch Herrn Beat Perren, Chef der Air Zermatt und Bettina
Sulliger Perren, der rührigen Präsidentin des Bergführervereins und
Initiantin dieser Schau. Nach der Demo fanden sich Besucher und Akteure im Hangar zu einem von den Bergführern gespendeten Super-Imbiss, der ruhig 10 mal mehr Personen hätte zufriedenstellen können |
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20. August, abends Um 18:30 fanden wir uns im neuerbauten Restaurant Marmotte
ob Furri ein. Es regnete in Strömen (in der ganzen Schweiz waren an diesem Tage
schwere Überschwemmungen), doch kamen die meisten von uns zu Fuß, einige im
Taxi. Für dieses Restaurant waren wir die Versuchskaninchen der Hauptprobe, und
am nächsten Tag schloß das Haus wieder bis zur Wintersaison. 32 Yetis waren
anwesend, die Bergführer waren vertreten durch Bettina Sulliger-Perren, Beni
Graven und Benedikt Perren, alle drei Mitglieder unseres Komitees. Das Essen war
einwandfrei, der Empfang sehr herzlich, doch was uns am meisten freute, war daß
auch diesmal wieder unser Freund Alain Boucheron uns mit einem
erstklassigen Saint-Emilion Rotwein überraschte. Herzlichen Dank, Alain. Der Marsch zurück nach Zermatt im unaufhaltsamen Regen
wurde mit guter Laune unter die Füße genommen, die Bewaffnung mit Handlampen
war von Muggi gut organisiert. Der Grossteil der Teilnehmer fand sich zu einem
letzten Tropfen bei Florence und Alain ein (dieser Tropfen stammte aus der
ersten Dekade des letzten Jahrhunderts !!).
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21. August, morgens Natalie Biraben und Evi Graven, in Vertretung des Yeti-Clubs, starteten um
08:05 zum Matterhorn-Lauf nach Schwarzsee, auf der 11,5 km Strecke, in der
Nordic-Walk Gruppe. Sie meisterten die Strecke und den Höhenunterschied von 975
Metern in weniger als 2 Stunden !! |
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1. Okt. Bergführerfest